COPD-RATGEBER
COPD-Behandlung: Was wird Schritt für Schritt getan?
Prof. Dr. Yalçın Karakoca · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
KURZE ANTWORT
Es gibt keine Behandlung, die den bereits entstandenen Schaden bei COPD rückgängig macht. COPD ist aber eine behandelbare Krankheit. Mit dem Rauchen aufzuhören, regelmäßig zu inhalieren, sich impfen zu lassen und sich zu bewegen, verringert die Beschwerden. Bei Bedarf wird auch Sauerstoff eingesetzt. Auch die Vorbeugung akuter Verschlechterungen ist wichtig. Diese Maßnahmen machen akute Verschlechterungen seltener und verbessern die Lebensqualität. Wenn die Atemnot trotz Medikamenten anhält, gibt es weitere Optionen. Bei sorgfältig ausgewählten Patienten im fortgeschrittenen Stadium kommen Behandlungen mit dem Bronchoskop in Betracht. Das Bronchoskop ist ein Schlauch mit einer Kamera an der Spitze. Es wird über den Mund in die Atemwege vorgeschoben. Bei COPD, bei der Husten und Auswurf im Vordergrund stehen, gehört die Ballontherapie zu diesen Behandlungen. Beim Emphysem wird dagegen das Lungenventil eingesetzt.
1. Stufe: die Ursache stoppen — Tabak und Rauch
Mit dem Rauchen aufzuhören ist der wichtigste Schritt, der den Verlust an Lungenfunktion verlangsamt und das Leben verlängert. Medikamentöse Unterstützung zusammen mit einer Beratung erhöht die Chance auf einen erfolgreichen Rauchstopp deutlich. Zu diesen Medikamenten gehören Nikotinpflaster oder -kaugummi, Vareniclin, Cytisin und Bupropion. Auch Schutz vor Staub und Chemikalien am Arbeitsplatz ist notwendig. Meiden Sie außerdem Holz- und Kohlerauch. → Rauchen und COPD
2. Stufe: inhalative Medikamente
Die Basismedikamente bei COPD sind langwirksame Bronchienerweiterer zum Inhalieren, die die Atemwege weiten. Es gibt zwei Arten dieser Medikamente (LABA und LAMA). Bei den meisten Patienten werden beide zusammen eingesetzt. Bei manchen Patienten kommt ein kortisonhaltiger Inhalator hinzu. Das sind Patienten mit häufigen Exazerbationen und einer hohen Zahl von Eosinophilen im Blut. Eosinophile sind eine Art weißer Blutkörperchen.
| Situation | Erste Behandlung | Wenn die Beschwerden anhalten |
|---|---|---|
| Wenig Beschwerden, wenige akute Verschlechterungen | Ein einzelner langwirksamer Bronchienerweiterer | Ein zweiter Bronchienerweiterer kommt hinzu |
| Viele Beschwerden, wenige akute Verschlechterungen | Zwei langwirksame Bronchienerweiterer | Die Inhalationstechnik wird überprüft, ein Bewegungsprogramm kommt hinzu |
| Häufige akute Verschlechterungen oder Krankenhausaufenthalt wegen einer akuten Verschlechterung | Zwei Bronchienerweiterer; bei hohen Eosinophilen zusätzlich ein kortisonhaltiger Inhalator | Bei anhaltenden akuten Verschlechterungen Dreifachtherapie (zwei Bronchienerweiterer und ein Kortisonpräparat in einem Inhalator); bei Husten und Auswurf Roflumilast, bei Patienten, die nicht mehr rauchen, Azithromycin, bei Patienten mit hohen Eosinophilen gespritzte Biologika (Dupilumab, Mepolizumab) |
Die Inhalationstechnik sollte bei jeder Kontrolluntersuchung überprüft werden. Der häufigste Grund für die Klage „Das Medikament wirkt nicht“ ist eine falsche Anwendung. Ihr kurzwirksames Notfallmedikament sollten Sie immer bei sich haben.
3. Stufe: Impfungen und Schutz vor Infektionen
Lassen Sie sich jedes Jahr gegen Grippe impfen. Empfohlen werden auch die Impfungen gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) und Keuchhusten. Wenn Sie 60 Jahre oder älter sind, fragen Sie Ihren Arzt auch nach der Impfung gegen RSV (ein Atemwegsvirus). Die internationale Leitlinie empfiehlt außerdem Impfungen gegen COVID-19 und Gürtelrose.
4. Stufe: pneumologische Rehabilitation
Die pneumologische Rehabilitation ist ein Atemübungsprogramm, das 6–12 Wochen dauert. Sie umfasst Bewegungstraining, Schulung und Atemtechniken und findet unter Aufsicht statt. Sie verringert die Atemnot und steigert die Belastbarkeit. Sie senkt auch das Risiko, nach einer akuten Verschlechterung erneut ins Krankenhaus zu müssen. Auch Programme zu Hause sind wirksam. → Atemübungen und Alltag
5. Stufe: Sauerstoff und Atemunterstützung
Bei manchen Patienten liegt der Sauerstoffwert im Blut in Ruhe unter einem bestimmten Grenzwert. Bei diesen Patienten verlängert eine Langzeit-Sauerstofftherapie das Leben, wenn sie mindestens 15 Stunden am Tag angewendet wird. Ist das Kohlendioxid im Blut dauerhaft erhöht, kann ein Beatmungsgerät mit Maske für zu Hause nötig sein. Die Entscheidung wird anhand der Blutgasanalyse getroffen. → Sauerstofftherapie
6. Stufe: akute Verschlechterungen verhindern und früh behandeln
Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt einen schriftlichen Aktionsplan. Welches Medikament zu Beginn einer akuten Verschlechterung eingesetzt wird, entscheidet Ihr Arzt. Schützen Sie sich vor Infektionen und verschmutzter Luft. Kehren Sie nach der akuten Verschlechterung zu Ihrem Bewegungsprogramm zurück. → COPD-Exazerbation
7. Stufe: wenn die Atemnot trotz Medikamenten anhält
| Situation | Option |
|---|---|
| Husten, Auswurf und Verengung der Atemwege im Vordergrund; schweres oder sehr schweres Stadium | Ballontherapie (Karakoca Resector Balloon) |
| Emphysem und Überblähung der Lunge im Vordergrund; der zu behandelnde Lungenabschnitt ist klar abgrenzbar | Lungenventil (Karakoca-Ventil und andere) |
| Für ein Ventil nicht geeignet (Luftaustausch zwischen den Lungenabschnitten vorhanden) | Drahtspirale (Coil) oder Wasserdampftherapie (in Studien untersuchte Methoden) |
| Emphysem mit Schwerpunkt in den oberen Abschnitten, für eine Operation geeignet | Operative Lungenvolumenreduktion |
| Krankheit im Endstadium, sorgfältig ausgewählter jüngerer Patient | Lungentransplantation |
Vergleich: Bronchoskopische und operative Behandlungen. Keine dieser Optionen ersetzt die ersten sechs Stufen.
ERSTEINSCHÄTZUNG
Ist die Behandlung für Sie geeignet?
Vereinbaren Sie einen Termin und bringen Sie die Befunde Ihres Lungenfunktionstests und der CT der Lunge mit. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam bei der Untersuchung. Wenn Sie von außerhalb Istanbuls anreisen, ist zunächst ein Online-Vorgespräch möglich.
Bitte bringen Sie mit: Lungenfunktionstest, CT-Befund der Lunge und CT-Bilder (CD/USB), Medikamentenliste, falls vorhanden das Ergebnis der Blutgasanalyse.
HABEN SIE NOCH FRAGEN?
Häufig gestellte Fragen
Die Fragen, die unsere Patienten und ihre Angehörigen am häufigsten stellen, und die Antworten darauf. Ihre persönlichen Fragen besprechen wir gemeinsam bei der Untersuchung.
Gibt es eine Heilung für COPD?
Es gibt keine Behandlung, die einen bereits entstandenen Schaden rückgängig macht. Es gibt aber wirksame Behandlungen, mit denen sich Beschwerden, akute Verschlechterungen und das Fortschreiten kontrollieren lassen.
Kann ein COPD-Patient vollständig gesund werden?
Die Krankheit ist dauerhaft. Mit einer guten Behandlung können die meisten Patienten über Jahre ein aktives Leben führen.
Wurde eine Behandlung gegen COPD gefunden? Stimmen die Meldungen über einen Durchbruch?
In den letzten Jahren sind neue Medikamente hinzugekommen. Auch Behandlungen mit einem Schlauch mit einer Kamera an der Spitze (Bronchoskop) haben sich weiterentwickelt. Behauptungen über ein „sicheres Heilmittel“ sind jedoch nicht zutreffend. Mehr dazu: Neue Behandlungen.
Welche Medikamente gibt es gegen COPD?
Die Basismedikamente sind langwirksame Bronchienerweiterer zum Inhalieren, die die Atemwege weiten. Bei manchen Patienten kommt ein kortisonhaltiger Inhalator hinzu.
Die Medikamente helfen nicht – was soll ich tun?
Zuerst wird geprüft, ob der Inhalator richtig und regelmäßig angewendet wird. Bewegungsprogramm, akute Verschlechterungen und Begleiterkrankungen werden überprüft. Danach wird geprüft, welcher Typ der Krankheit vorliegt. Optionen wie die Ballontherapie oder das Lungenventil kommen in Betracht.
Kann man COPD loswerden?
Die Krankheit loszuwerden ist nicht möglich, gut mit ihr zu leben dagegen schon.
TERMIN
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Vereinbaren Sie einen Termin zur Ersteinschätzung, um zu erfahren, ob Sie geeignet sind. Bringen Sie die Befunde Ihres Lungenfunktionstests und der CT der Lunge sowie Ihre Medikamentenliste mit.
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QUELLEN
- Internationale COPD-Leitlinie (GOLD-Bericht 2026); Konsensusbericht der Türkischen Thoraxgesellschaft zur Diagnose und Behandlung der COPD.
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine Diagnose. Die Entscheidung über eine Behandlung wird bei der Untersuchung individuell getroffen. Rufen Sie im Notfall den Notruf 112 an.
Medizinische Prüfung der Inhalte: Prof. Dr. Yalçın Karakoca, Facharzt für Lungenheilkunde · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
