COPD-RATGEBER
Sauerstofftherapie bei COPD: Wer braucht sie, wie wird sie angewendet, lässt sie sich verringern?
Prof. Dr. Yalçın Karakoca · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
KURZE ANTWORT
Bei manchen COPD-Patienten liegt der Sauerstoffwert im Blut in Ruhe unter einem bestimmten Grenzwert. Bei diesen Patienten verlängert eine Langzeit-Sauerstofftherapie das Leben. Dazu muss der Sauerstoff mindestens 15 Stunden am Tag angewendet werden. Sauerstoff macht nicht abhängig. Ob der Bedarf bestehen bleibt, hängt vom Zustand der Krankheit ab. Der Sauerstoffbedarf wird regelmäßig anhand von Messungen neu überprüft. Die Vorbeugung akuter Verschlechterungen und Bewegung helfen, einen Anstieg dieses Bedarfs zu verhindern. Über die Flussrate und die Anwendungsdauer des Sauerstoffs entscheidet Ihr Arzt. Diese Entscheidung wird anhand der Blutgasanalyse getroffen.
Wer braucht Sauerstoff?
Die Entscheidung wird anhand der Blutgasanalyse getroffen. Der Test wird in einer Phase durchgeführt, in der die Krankheit stabil ist. Diese Phase beginnt frühestens 4 Wochen nach einer akuten Verschlechterung. Die Blutgasanalyse misst den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Blut.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| In Ruhe in der Blutgasanalyse ein Sauerstoffpartialdruck von 55 mmHg oder weniger oder eine Sauerstoffsättigung von 88 % oder weniger | Langzeit-Sauerstofftherapie (mindestens 15 Stunden am Tag) |
| Sauerstoffpartialdruck von 56–59 mmHg und zusätzlich Belastung des Herzens oder vermehrte rote Blutkörperchen im Blut | Langzeit-Sauerstofftherapie |
| Der Sauerstoff fällt nur bei Belastung oder im Schlaf ab | Es ist nicht nachgewiesen, dass eine dauerhafte Sauerstoffgabe das Leben verlängert; die Entscheidung wird individuell getroffen |
| Während einer akuten Verschlechterung | Ziel-Sauerstoffsättigung 88–92 % (zu viel Sauerstoff kann das Kohlendioxid im Blut erhöhen) |
Der Sauerstoffbedarf wird nach 60–90 Tagen erneut überprüft.
Geräte und Anwendung
Zu Hause wird ein stationäres Sauerstoffgerät (Sauerstoffkonzentrator) verwendet. Unterwegs und im Flugzeug wird ein tragbares Gerät genutzt, als Reserve außerdem eine Sauerstoffflasche. Im Rezept wird die Flussrate getrennt für Ruhe, Belastung und Schlaf festgelegt. Bei den meisten Patienten liegt sie bei 1–3 Litern pro Minute. Der Sauerstoff wird meist über eine dünne Nasenbrille (Nasenkanüle) gegeben. Bei hohem Fluss wird ein Befeuchter verwendet. Zu Ihrer Sicherheit: Verwenden Sie Sauerstoff nicht in der Nähe von offenem Feuer oder Zigaretten. Sauerstoffflaschen müssen aufrecht und sicher stehen.
Macht Sauerstoff „abhängig“?
Nein. Sauerstoff verhindert die Schäden, die ein niedriger Sauerstoffwert an Organen wie Herz, Gehirn und Nieren verursacht. Dass der Bedarf bestehen bleibt, liegt nicht an einer Gewöhnung an den Sauerstoff, sondern an der Schwere der Erkrankung. Ein höherer Fluss als nötig kann dagegen dazu führen, dass sich Kohlendioxid im Blut anreichert. Halten Sie sich an die Verordnung.
Lässt sich der Sauerstoffbedarf verringern?
- Die Vorbeugung akuter Verschlechterungen und die regelmäßige Anwendung der Medikamente verhindern vorübergehende Anstiege des Sauerstoffbedarfs.
- Mit einem Trainingsprogramm können Sie sich mit derselben Sauerstoffmenge mehr bewegen.
- Auch der Abbau von Übergewicht hilft. Eine bestehende Schlafapnoe sollte ebenfalls behandelt werden. Schlafapnoe bedeutet, dass die Atmung im Schlaf immer wieder aussetzt.
- Nach einer Ballon- oder Ventiltherapie: Der Sauerstoffbedarf wird anhand von Messungen neu überprüft. Mehr dazu: Ballontherapie, Lungenventil.
Die Entscheidung, den Sauerstoff zu verringern oder abzusetzen, trifft allein Ihr Arzt anhand der Messwerte.
ERSTEINSCHÄTZUNG
Ist die Behandlung für Sie geeignet?
Vereinbaren Sie einen Termin und bringen Sie die Befunde Ihres Lungenfunktionstests und der CT der Lunge mit. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam bei der Untersuchung. Wenn Sie von außerhalb Istanbuls anreisen, ist zunächst ein Online-Vorgespräch möglich.
Bitte bringen Sie mit: Lungenfunktionstest, CT-Befund der Lunge und CT-Bilder (CD/USB), Medikamentenliste, falls vorhanden das Ergebnis der Blutgasanalyse.
HABEN SIE NOCH FRAGEN?
Häufig gestellte Fragen
Die Fragen, die unsere Patienten und ihre Angehörigen am häufigsten stellen, und die Antworten darauf. Ihre persönlichen Fragen besprechen wir gemeinsam bei der Untersuchung.
Wie viele Stunden am Tag sollten COPD-Patienten Sauerstoff nutzen?
Wenn Sie Sauerstoff benötigen, sollte er mindestens 15 Stunden am Tag verwendet werden. Am besten ist eine durchgehende Anwendung, auch im Schlaf.
Wie viele Liter?
Die Flussrate legt Ihr Arzt anhand Ihrer Messwerte für den Sauerstoff im Blut fest. Sie kann für Ruhe, Belastung und Schlaf unterschiedlich sein.
Kann man vom Sauerstoffgerät wieder loskommen?
Bei manchen Patienten kann der Sauerstoffbedarf durch die Behandlung sinken. Die Entscheidung wird anhand von Messwerten getroffen.
Darf man mit einem Sauerstoffkonzentrator fliegen?
Das ist mit einem von der Fluggesellschaft zugelassenen tragbaren Gerät und nach vorheriger Anmeldung bei der Fluggesellschaft möglich.
Übernimmt die Krankenversicherung das Sauerstoffgerät?
Das hängt von Ihrer Krankenversicherung und den Bedingungen Ihrer Police ab. Ihre Versicherungsgesellschaft kann einen ärztlichen Bericht und eine Verordnung verlangen. Den Bericht stellt Ihr Arzt aus.
Braucht jeder COPD-Patient Sauerstoff?
Nein. Sauerstoff erhalten nur Patienten, deren Sauerstoffwert im Blut unter einem bestimmten Grenzwert liegt.
TERMIN
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Vereinbaren Sie einen Termin zur Ersteinschätzung, um zu erfahren, ob Sie geeignet sind. Bringen Sie die Befunde Ihres Lungenfunktionstests und der CT der Lunge sowie Ihre Medikamentenliste mit.
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QUELLEN
- Internationale COPD-Leitlinie (GOLD-Bericht 2026); Konsensusbericht der Türkischen Thoraxgesellschaft zur Diagnose und Behandlung der COPD.
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine Diagnose. Die Entscheidung über eine Behandlung wird bei der Untersuchung individuell getroffen. Rufen Sie im Notfall den Notruf 112 an.
Medizinische Prüfung der Inhalte: Prof. Dr. Yalçın Karakoca, Facharzt für Lungenheilkunde · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
