COPD-RATGEBER
Was ist COPD? Symptome, Ursachen, Stadien und Behandlung
Prof. Dr. Yalçın Karakoca · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
KURZE ANTWORT
COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist eine lang andauernde Erkrankung der Lunge. Die Atemwege verengen sich und die Lungenbläschen werden geschädigt. Dadurch wird das Ausatmen schwieriger. Die häufigsten Symptome sind Atemnot, die bei Belastung zunimmt, anhaltender Husten und Auswurf. Die wichtigste Ursache ist das Rauchen. Die Diagnose wird mit einem Lungenfunktionstest (Spirometrie) gestellt. COPD heilt nicht vollständig aus. Mit einer Behandlung können die Beschwerden aber abnehmen, und das Fortschreiten der Erkrankung kann verlangsamt werden.
Was passiert bei COPD in der Lunge?
Bei COPD liegen zwei Probleme in unterschiedlichem Ausmaß gleichzeitig vor:
- Chronische Bronchitis: Die Innenwand der Atemwege entzündet sich und wird dicker. Es wird viel Schleim gebildet, und die Atemwege verengen sich. → Chronische Bronchitis
- Lungenemphysem: Die Lungenbläschen werden geschädigt, und die Lunge verliert ihre Elastizität. Beim Ausatmen bleibt Luft in der Lunge zurück. → Lungenemphysem
Welches der beiden Probleme im Vordergrund steht, bestimmt sowohl die Beschwerden als auch die Behandlungsmöglichkeiten.
Symptome
Die häufigsten Symptome sind:
- Atemnot bei Belastung (Treppen, Steigungen, schnelles Gehen)
- Lang anhaltender Husten
- Auswurf, besonders morgens
- Pfeifendes Atemgeräusch (Giemen) und Engegefühl in der Brust
- Schnelle Erschöpfung
- Häufige Atemwegsinfekte
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kann Atemnot auch bei leichten Tätigkeiten wie dem Anziehen auftreten. Selbst in Ruhe kann Atemnot auftreten, und der Sauerstoffgehalt im Blut kann sinken. Mehr dazu: COPD-Symptome.
Ursachen und Risikofaktoren
| Faktor | Erläuterung |
|---|---|
| Rauchen und Tabak | Wichtigste Ursache; dazu zählt auch, Zigarettenrauch ausgesetzt zu sein (Passivrauchen). Nicht alle Raucher bekommen eine COPD; sie kann auch bei Nichtrauchern auftreten |
| Luftverschmutzung | Lange Zeit verschmutzter Luft ausgesetzt sein |
| Staub und Chemikalien am Arbeitsplatz | Arbeit im Bergbau, im Baugewerbe, in der Metall- und Textilindustrie sowie in der Landwirtschaft |
| Rauch von Holz, Kohle oder getrocknetem Dung | Heizen und Kochen mit diesen Brennstoffen (besonders bei Frauen) |
| Erbliche Veranlagung | Mangel an Alpha-1-Antitrypsin (einem Eiweiß, das die Lunge schützt); kann in jungen Jahren zu einem Lungenemphysem führen |
| Frühe Lebensjahre | Frühgeburt, schwere Lungeninfektionen in der Kindheit, unzureichende Entwicklung der Lunge |
| Asthma | Lang anhaltende Entzündung der Atemwege |
Wie wird die Diagnose gestellt?
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie atmen tief ein und blasen so schnell wie möglich in das Gerät. Der Test wird nach Gabe eines Bronchienerweiterers wiederholt. Wenn der Luftstrom dauerhaft eingeschränkt ist, wird die Diagnose COPD gestellt. Der Test zeigt außerdem, wie schwer die Erkrankung ist.
- Bildgebung: Röntgenaufnahme der Lunge und bei Bedarf eine CT der Lunge. Die CT zeigt, wo sich das Lungenemphysem befindet und wie ausgedehnt es ist. Sie zeigt auch die Wände der Atemwege und Begleiterkrankungen.
- Weitere Tests: Der Sauerstoff wird am Finger gemessen oder eine Blutgasanalyse durchgeführt. Auch ein Blutbild und ein Gehtest können gemacht werden. Wenn die COPD in jungen Jahren auftritt oder in der Familie vorkommt, wird der Alpha-1-Antitrypsin-Spiegel bestimmt. Ist eine Behandlung wie ein Lungenventil geplant, werden weitere Tests durchgeführt. Dies sind die Messung der Lungenvolumina und ein Test, der den Übergang von Sauerstoff ins Blut misst (DLCO).
Ein normales Röntgenbild der Lunge schließt eine COPD nicht aus. Für die Diagnose ist ein Lungenfunktionstest nötig.
Stadien
Anhand der Werte im Lungenfunktionstest wird die COPD in vier Stadien von leicht bis sehr schwer eingeteilt. In Befunden werden diese Stadien als „GOLD 1–4“ angegeben. GOLD ist der Name der internationalen COPD-Leitlinie. Ihr Arzt achtet außerdem darauf, wie stark Ihre Beschwerden sind und welche akuten Verschlechterungen Sie im letzten Jahr hatten. Das Stadium allein zeigt nicht, wie Sie sich fühlen. Mehr dazu: COPD-Stadien · COPD im Endstadium.
Behandlung
- Mit dem Rauchen aufhören: Das ist der wirksamste Schritt, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. (Rauchen und COPD)
- Inhalative Medikamente: Es werden langwirksame Bronchienerweiterer eingesetzt. Bei manchen Patienten ist zusätzlich ein kortisonhaltiger Inhalator nötig. Es ist sehr wichtig, das Medikament mit der richtigen Technik anzuwenden.
- Impfungen: Gegen Grippe, Lungenentzündung (Pneumokokken), Keuchhusten und COVID-19. Im passenden Alter werden auch Impfungen gegen RSV (ein Atemwegsvirus) und Gürtelrose gegeben.
- Atemübungen und Trainingsprogramm: Das verringert die Atemnot und erleichtert den Alltag. (Atemübungen)
- Sauerstofftherapie: Wenn der Sauerstoffgehalt im Blut unter einem bestimmten Wert liegt. (Sauerstofftherapie)
- Akute Verschlechterungen verhindern und früh behandeln. (Exazerbation)
- Neue Medikamente: Biologika, die bei bestimmten Patientengruppen als Spritze gegeben werden, und Ensifentrin. (Neue Behandlungen)
- Behandlungen mit dem Bronchoskop: Das Bronchoskop ist ein Schlauch mit einer Kamera an der Spitze. Es wird über den Mund in die Atemwege vorgeschoben. Diese Behandlungen kommen bei sorgfältig ausgewählten Patienten in Betracht, deren Beschwerden trotz Medikamenten anhalten. Bei COPD, bei der Husten und Auswurf im Vordergrund stehen, wird die Ballontherapie angewendet. Beim Lungenemphysem werden dagegen Lungenventile eingesetzt. Es gibt auch operative Möglichkeiten. (Vergleich)
Mehr dazu: COPD-Behandlung.
Wann sollten Sie einen Lungenfacharzt aufsuchen?
Wenden Sie sich an einen Facharzt für Lungenheilkunde, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:
- Husten oder Auswurf, der seit Wochen nicht weggeht
- Atemnot bei Belastung
- Nachlassende Belastbarkeit, wenn Sie rauchen oder früher geraucht haben
Rufen Sie in diesen Fällen sofort den Notruf 112 an:
- Plötzliche oder starke Atemnot
- Atembeschwerden, die das Sprechen erschweren
- Blaufärbung der Lippen
- Bewusstseinstrübung
ERSTEINSCHÄTZUNG
Ist die Behandlung für Sie geeignet?
Vereinbaren Sie einen Termin und bringen Sie die Befunde Ihres Lungenfunktionstests und der CT der Lunge mit. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam bei der Untersuchung. Wenn Sie von außerhalb Istanbuls anreisen, ist zunächst ein Online-Vorgespräch möglich.
Bitte bringen Sie mit: Lungenfunktionstest, CT-Befund der Lunge und CT-Bilder (CD/USB), Medikamentenliste, falls vorhanden das Ergebnis der Blutgasanalyse.
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HABEN SIE NOCH FRAGEN?
Häufig gestellte Fragen
Die Fragen, die unsere Patienten und ihre Angehörigen am häufigsten stellen, und die Antworten darauf. Ihre persönlichen Fragen besprechen wir gemeinsam bei der Untersuchung.
Woran erkenne ich, dass ich COPD habe?
Wenn Sie bei Belastung Atemnot, lang anhaltenden Husten und Auswurf haben, lassen Sie einen Lungenfunktionstest machen. Mit diesem Test wird die Diagnose gestellt.
Was passiert, wenn man COPD hat?
Die Atemwege verengen sich oder die Lungenbläschen werden geschädigt. Das Ausatmen wird schwerer und die Belastbarkeit nimmt ab. Mit einer Behandlung können die Beschwerden und akuten Verschlechterungen verringert werden.
Bei wem tritt COPD am häufigsten auf?
Sie tritt meist bei Menschen über 40 Jahren auf, die rauchen oder früher geraucht haben. Sie kann aber auch bei Nichtrauchern vorkommen.
Ist COPD ansteckend?
Nein.
Was ist der Unterschied zwischen COPD und Asthma?
Bei Asthma bildet sich die Verengung mit Medikamenten meist zurück, und Asthma beginnt in der Regel in jungen Jahren. Bei COPD ist die Verengung dagegen dauerhaft. Beides kann auch gleichzeitig vorliegen.
Kann COPD vollständig ausheilen?
Ein bereits entstandener Schaden bildet sich nicht zurück. Die Krankheit kann aber behandelt, ihr Fortschreiten verlangsamt und die Lebensqualität verbessert werden.
Dürfen COPD-Patienten Alkohol trinken?
Eine geringe Menge Alkohol verschlechtert die COPD nicht direkt. Zusammen mit Schlafmitteln kann Alkohol aber die Atmung dämpfen und mit Medikamenten in Wechselwirkung treten. Fragen Sie Ihren Arzt.
TERMIN
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QUELLEN
- Internationale COPD-Leitlinie (GOLD-Bericht 2026); Konsensusbericht der Türkischen Thoraxgesellschaft zur Diagnose und Behandlung der COPD.
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine Diagnose. Die Entscheidung über eine Behandlung wird bei der Untersuchung individuell getroffen. Rufen Sie im Notfall den Notruf 112 an.
Medizinische Prüfung der Inhalte: Prof. Dr. Yalçın Karakoca, Facharzt für Lungenheilkunde · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
