COPD-RATGEBER
Atemnot bei COPD: Warum entsteht sie, was lindert sie?
Prof. Dr. Yalçın Karakoca · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
KURZE ANTWORT
Atemnot bei COPD hat zwei Hauptursachen. Die Luft kann durch die verengten Atemwege nicht ausreichend entweichen. Und die in der Lunge angestaute Luft lässt keinen Platz für einen neuen Atemzug. Für sofortige Erleichterung helfen die Lippenbremse und das Sitzen mit nach vorn gebeugtem Oberkörper. Auch der Notfallinhalator hilft. Für dauerhafte Erleichterung sind regelmäßige Medikamente, Bewegung und ein Rauchstopp wichtig. Wichtig sind auch Sauerstoff, wenn er nötig ist, und der Abbau von Angst. Wenn die Atemnot trotz Medikamenten anhält, wird geprüft, welcher Typ der Krankheit vorliegt. Danach kommt eine Ballontherapie oder ein Lungenventil in Betracht.
Warum entsteht Atemnot?
- Verengung der Atemwege: Die verdickte Atemwegswand und der Schleim verlangsamen das Ausatmen.
- Überblähung der Lunge: Luft, die nicht ausgeatmet werden kann, bleibt in der Lunge. Das Zwerchfell flacht ab, und zum Einatmen ist mehr Kraft nötig. Je größer die Belastung, desto mehr Luft staut sich an. Das ist der Grund, warum man auf der Treppe außer Atem kommt.
- Gestörter Sauerstoffübertritt: Beim Emphysem kann der Sauerstoff nicht ausreichend ins Blut übergehen.
- Muskelschwäche und Konditionsverlust: Bewegungsmangel schwächt die Muskeln. Geschwächte Muskeln verstärken wiederum die Atemnot.
- Angst und Panik: Die Angst vor Atemnot beschleunigt die Atmung und verstärkt die Atemnot.
- Andere Ursachen: Auch eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Blutarmut kann Atemnot verursachen. Ein Blutgerinnsel in den Lungengefäßen oder eine Lungenentzündung kann ebenfalls dazu führen. Wenn Ihre Atemnot plötzlich zugenommen hat, gehen Sie unbedingt zum Arzt.
Methoden, die sofort Erleichterung bringen
- Lippenbremse: Atmen Sie 2 Sekunden lang durch die Nase ein. Spitzen Sie dann die Lippen wie zum Pfeifen und atmen Sie langsam über 4 Sekunden aus. Das hilft, die in der Lunge angestaute Luft zu entleeren.
- Sitzen mit nach vorn gebeugtem Oberkörper: Stützen Sie die Ellbogen auf die Knie oder auf einen Tisch. Ihre Atemmuskeln entspannen sich.
- Notfallinhalator: Ihr verschreibungspflichtiges, kurzwirksames Medikament. Bei richtiger Technik wirkt es innerhalb von Minuten.
- Kühle Luft: Richten Sie einen Ventilator auf Ihr Gesicht. Kühle Luft verringert das Gefühl der Atemnot.
- Sparsamer Umgang mit der Energie: Arbeiten im Sitzen erledigen, häufig Pausen machen, schwere Mahlzeiten vermeiden.
Wenn Sie nicht sprechen können, Ihre Lippen blau werden oder Ihr Bewusstsein getrübt ist, rufen Sie sofort den Notruf 112.
Für dauerhafte Erleichterung
| Methode | Nutzen |
|---|---|
| Der richtige Inhalator und die richtige Anwendung | Verringert die in der Lunge angestaute Luft, steigert die Belastbarkeit |
| Pneumologische Rehabilitation | Die wirksamste nicht-medikamentöse Methode, die Atemnot und Angst verringert |
| Mit dem Rauchen aufhören | Verlangsamt das Fortschreiten der Krankheit, verringert Husten und Auswurf |
| Sauerstoff (bei Patienten, die ihn benötigen) | Verlängert bei Patienten mit niedrigem Sauerstoff im Blut in Ruhe das Leben und steigert die Belastbarkeit |
| Gewicht und Ernährung | Übergewicht verstärkt die Atemnot; starkes Untergewicht schwächt die Muskeln |
| Impfungen und Plan für akute Verschlechterungen | Hilft, einem bleibenden Rückschritt nach einer akuten Verschlechterung vorzubeugen |
| Umgang mit Angst | Durchbricht den Teufelskreis zwischen Atemnot und Panik |
Wenn die Atemnot trotz Medikamenten anhält
Zuerst wird die richtige und regelmäßige Anwendung des Inhalators überprüft. Auch Begleiterkrankungen und das Bewegungsprogramm werden berücksichtigt. Danach wird geprüft, welcher Typ der Krankheit vorliegt. Stehen Schleim und Verengung der Atemwege im Vordergrund, kommt eine Ballontherapie in Betracht. Stehen Emphysem und Überblähung der Lunge im Vordergrund, kommt ein Lungenventil in Betracht. Die Eignung wird mit einer CT der Lunge und einem Lungenfunktionstest festgestellt.
ERSTEINSCHÄTZUNG
Ist die Behandlung für Sie geeignet?
Vereinbaren Sie einen Termin und bringen Sie die Befunde Ihres Lungenfunktionstests und der CT der Lunge mit. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam bei der Untersuchung. Wenn Sie von außerhalb Istanbuls anreisen, ist zunächst ein Online-Vorgespräch möglich.
Bitte bringen Sie mit: Lungenfunktionstest, CT-Befund der Lunge und CT-Bilder (CD/USB), Medikamentenliste, falls vorhanden das Ergebnis der Blutgasanalyse.
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Häufig gestellte Fragen
Die Fragen, die unsere Patienten und ihre Angehörigen am häufigsten stellen, und die Antworten darauf. Ihre persönlichen Fragen besprechen wir gemeinsam bei der Untersuchung.
Was kann man tun, um freier zu atmen?
Zunächst sind Behandlungen nötig, die die verengten Bronchien öffnen. Die erste Stufe ist eine regelmäßige medikamentöse Behandlung (Inhalator). Wenn die Atemnot trotz Medikamenten anhält, kommt bei geeigneten Patienten eine Ballon-Bronchoplastie in Betracht. Je nach Ausprägung des Emphysems kommt auch eine Ventiltherapie in Betracht. Bei Atemnot bringen drei Dinge sofort Erleichterung. Das sind die Lippenbremse, das Sitzen mit nach vorn gebeugtem Oberkörper und der Notfallinhalator.
Wie geht die Atemnot bei COPD weg?
Sie verschwindet möglicherweise nicht ganz, kann aber mit der richtigen Behandlung deutlich abnehmen. Bei sorgfältig ausgewählten Patienten, deren Beschwerden trotz Medikamenten anhalten, können auch weitere Optionen in Betracht kommen. Beispiele dafür sind die Ballontherapie oder das Lungenventil.
Hilft Luftballon-Aufblasen bei COPD?
Luftballon-Aufblasen kann die Atemmuskeln trainieren. Mit der „COPD-Ballontherapie“ hat es aber nichts zu tun. Die Ballontherapie ist ein Eingriff, der im Krankenhaus durchgeführt wird. Sie erfolgt über den Mund mit einem Schlauch mit einer Kamera an der Spitze (Bronchoskop).
Was sollte man bei Atemnot tun?
Die Person sollte ruhig bleiben, sich hinsetzen, die Lippenbremse anwenden und ihr Medikament nehmen. Wenn keine Besserung eintritt, sollte sie die Notaufnahme aufsuchen.
Worauf sollten COPD-Patienten achten?
COPD-Patienten sollten sich vor Zigarettenrauch, verschmutzter Luft und Infektionen schützen. Sie sollten ihre Medikamente regelmäßig anwenden, sich bewegen und sich impfen lassen. Wichtig ist auch, mit dem Arzt einen Plan für akute Verschlechterungen zu erstellen.
TERMIN
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QUELLEN
- Internationale COPD-Leitlinie (GOLD-Bericht 2026); Konsensusbericht der Türkischen Thoraxgesellschaft zur Diagnose und Behandlung der COPD.
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine Diagnose. Die Entscheidung über eine Behandlung wird bei der Untersuchung individuell getroffen. Rufen Sie im Notfall den Notruf 112 an.
Medizinische Prüfung der Inhalte: Prof. Dr. Yalçın Karakoca, Facharzt für Lungenheilkunde · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
