Kurze Antwort: Bei der Bronchoskopie werden Luftröhre und Bronchien mit einer dünnen Kamera betrachtet. Die Kamera wird über den Mund oder die Nase vorgeschoben. Im selben Eingriff kann auch eine Behandlung erfolgen. Der Eingriff erfolgt mit Beruhigungs- und Schlafmitteln (Sedierung) oder in Vollnarkose. Deshalb sind keine Schmerzen zu erwarten. Es gibt keinen Hautschnitt. Ein höheres Alter allein ist kein Ausschlussgrund. Dennoch hat der Eingriff wie jeder interventionelle Eingriff Risiken und erfordert eine sorgfältige Auswahl der Patienten.
Irrtum 1: „Die Bronchoskopie ist ein sehr schmerzhafter Eingriff.“
Eine Bronchoskopie zur Diagnose erfolgt in der Regel mit Sedierung und örtlicher Betäubung. Behandelnde (therapeutische) Eingriffe erfolgen dagegen meist in Vollnarkose. Während des Eingriffs sind keine Schmerzen zu erwarten. Danach können vorübergehend Halsbeschwerden und Husten auftreten.
Irrtum 2: „Eine bronchoskopische Behandlung ist eine Operation.“
Bei bronchoskopischen Methoden gibt es keinen Hautschnitt, keine Naht und keine Thoraxdrainage. Der Eingriff erfolgt über die natürlichen Atemwege. Deshalb wird er nicht als „Operation“, sondern als „interventioneller Eingriff“ bezeichnet. Die Ballon-Bronchoplastie und endobronchiale Ventile gehören zu dieser Gruppe. Vergleich: Bronchoskopische Behandlungen bei COPD
Irrtum 3: „Bei älteren Patienten oder bei Sauerstoffbedarf ist sie nicht möglich.“
Ein höheres Alter oder eine Sauerstofftherapie ist allein kein Ausschlussgrund. Die Entscheidung richtet sich nach Ihrer Lungenleistung und Ihren Begleiterkrankungen. Auch die Narkosevoruntersuchung ist für diese Entscheidung wichtig. In den veröffentlichten Serien waren auch Patienten mit Sauerstofftherapie vertreten.
Irrtum 4: „Mit der Bronchoskopie heilt COPD vollständig aus.“
Keine bronchoskopische Methode beseitigt die COPD. Ziel ist es, die Atemnot zu lindern. Dazu werden Verengungen oder Air-Trapping verringert, die Medikamente nicht beheben können. Der Nutzen ist von Person zu Person unterschiedlich. Zu den Studien: Wissenschaftliche Studien
Irrtum 5: „Sie ist risikolos.“
Wie bei jeder Bronchoskopie können Blutungen und ein vorübergehender Abfall des Sauerstoffwerts auftreten. Auch Infektionen, eine akute Verschlechterung der COPD oder narkosebedingte Probleme können auftreten. Diese werden während und nach dem Eingriff engmaschig überwacht. Mögliche Risiken werden Ihnen vor dem Eingriff ausführlich erklärt. Mehr dazu: Ist sie sicher? Risiken und Nebenwirkungen · Was ist eine Bronchoskopie und wie wird sie durchgeführt?
Quellen
- Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. GOLD Report 2026.
- Hartman JE, et al. New bronchoscopic treatment modalities for patients with chronic bronchitis. Eur Respir Rev. 2021;30:200281.
- Karakoca Y, et al. Follow-up outcomes of COPD patients who underwent dilatation and curettage with the Karakoca resector balloon. Medicine (Baltimore). 2018;97(48):e13400.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung und Diagnose. Die Entscheidung über die Behandlung wird bei der Untersuchung individuell getroffen. Medizinische Prüfung der Inhalte: Prof. Dr. Yalçın Karakoca, Facharzt für Lungenheilkunde · Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026

